Die Top 10 Begriffe, die jeder Jungunternehmer wissen sollte

Endlich sein eigener Chef sein und die Freiheit genießen, selbst zu bestimmen, was wann und wo zu tun ist – Das ist ein Hauptargument von Jungunternehmern für ihren Schritt in die Selbständigkeit. Doch oft weicht die anfängliche Euphorie, wenn man feststellt, dass man sich nun plötzlich auch mit Dingen auseinandersetzten muss, die mit dem eigentlichen Vorhaben reichlich wenig zu tun haben. Wir haben für Sie die zehn wichtigsten Begriffe und Themen zusammengestellt, die schon bei so manchem angehenden Unternehmer für Verwirrung gesorgt haben.

Wichtigste Begriffe für Start-Ups

 1.    Einnahmen, Umsatz, Gewinn

Gewinn ist alles, was unterm Strich übrigbleibt: Die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben. Als Umsatz bezeichnet man den Wert der verkauften Waren und Dienstleistungen. Einnahmen sind sämtliche Zuflüsse ins Unternehmen.

2.    Break-Even-Point

Die Gewinnschwelle ist jener Zeitpunkt an dem Umsatz und Kosten eines Produktes gleich hoch sind. Wird der Break-Even-Point überschritten, so macht man Gewinne, wird sie unterschritten, macht man Verluste.

3.    Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten – also jener Betrag, der zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Den Deckungsbeitrag zu kennen ist wichtig für die Ermittlung des Erfolgs und für die Angebotskalkulation.

4.    Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer

Die beiden Begriffe bezeichnen ein und dasselbe: Die Besteuerung des Austausches von Lieferungen und Dienstleistungen. Die Umsatzsteuer (Ust) kommt allerdings erst beim Endkunden zum Tragen – d.h. Vorlieferanten geben die Ust an ihre Kunden weiter. Jenes Unternehmen, das eine Ware oder Dienstleistung direkt an den Konsumenten verkauft, kassiert USt von diesem ein und führt sie an das Finanzamt ab. Je nach Produkt oder Dienstleistung gelten unterschiedliche Umsatzsteuersätze. Erst bei einem Jahresumsatz über 30.000 Euro (Jahr 2017) besteht Umsatzsteuerpflicht. Wenn ein Unternehmen bei einer anderen Firma einkauft, dann zahlt es selbst Ust – das ist die sogenannte Vorsteuer. Unternehmen können diese Vorsteuer von der Ust, die sie ans Finanzamt abführen, abziehen und zahlen somit weniger.

5.    Arbeitnehmerveranlagung und Einkommensteuererklärung

Wer bisher angestellt war und sich selbständig macht, muss beim Finanzamt zunächst einen Erklärungswechsel von der Arbeitnehmerveranlagung zur Einkommensteuererklärung beantragen. Dies ist auch erforderlich, wenn man zusätzlich zu einer Anstellung auch auf selbständiger Basis tätig sein möchte.

6.    Doppelte Buchführung und Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Den Gewinn kann man auf zwei Arten ermitteln: Die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erfasst nur Betriebseinnahmen und -ausgaben. Die doppelte Buchführung ermittelt den Gewinn – oder Verlust – zweifach: Durch eine Gewinn- und Verlustrechnung und durch einen Betriebsvermögensvergleich, bei dem das Reinvermögen (Vermögen abzüglich Schulden) am Ende des Jahres mit dem Reinvermögen des vorangegangenen Jahres verglichen wird. Ob ein Unternehmen zur doppelten Buchführung verpflichtet ist, hängt von der Rechtsform und der Höhe des Jahresumsatzes ab.

7.    Kredit und Darlehen

Ein Darlehen ist eine Unterform des Kredits. Es bezieht sich üblicherweise auf Geldanleihen mit höheren Summen und längeren Laufzeiten, während ein Kredit eher kürzere Laufzeiten und geringere Beträge impliziert.

8.    Gewerbeschein

Um eine Gewerbeberechtigung zu erhalten, ist eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde notwendig. Bei reglementierten Gewerben muss zudem einen Befähigungsnachweis vorlegt werden. Tipp: Kontaktieren Sie die Wirtschaftskammer (WK). Hier weiß man ganz genau welche Unterlagen Sie für die Anmeldung Ihrer Tätigkeit sonst noch vorlegen müssen. In den meisten Fällen kann die WK die Gewerbeanmeldung für Sie gleich elektronisch durchführen.

9.    Sozialversicherung

Innerhalb eines Monats nach dem Start des Unternehmens muss man bei der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) eine Versicherungserklärung abgeben und erhält somit Versicherungsschutz. Die Versicherungsgrenze liegt für 2017 bei 5108,40 Euro Gewinn aus dieser selbständigen Tätigkeit.

10.    Business-Plan

Ein Business-Plan ist ein schriftliches Unternehmenskonzept, das alle Schritte umfasst, die der angehende Unternehmer zur Umsetzung seiner Geschäftsidee plant – Visionen, Annahmen, Markt-Einschätzungen und betriebswirtschaftliche Prognosen. Für mögliche Kapitalgeber wie Banken, private Investoren aber auch Förderstellen ist ein Businessplan mittlerweile Voraussetzung.

 

Weblinks: wko.at, bmf.gv.at bzw. finanzonline.at, sva.or.at, gruenderservice.at