Welche Finanzierungsform bringt welche Argumente mit sich?

Die Frage, vor der wir alle bei einer größeren Kaufentscheidung, wie bei einer Immobilie, stehen.

Statt Geld zu sparen oder anzulegen, wird angesichts der aktuellen Wirtschaftslage seit einigen Jahren lieber in etwas Handfestes investiert. Eine Immobilie gilt in dieser Hinsicht als sichere Anlageform mit Aussicht auf Wertsteigerung. Nur ein Bruchteil von Menschen kann ein Eigenheim, ob Haus oder Wohnung, aus der Portokassa bezahlen. Doch welche ist die ideale Art der Finanzierung?

Finanzierungsmöglichkeiten Immobilien

Allen voran: Eine Finanzierung ohne entsprechende Eigenmittel ist nicht empfehlenswert. Eine Faustregel, die sich bei der Finanzierung bewährt, besagt, dass ca. 20 Prozent Eigenmittel vorhanden sein sollten, um eine gesicherte Finanzierung zu gewährleisten. Summa summarum: Je höher der Eigenmittelanteil, desto geringer fallen die Kreditraten aus. In Österreich gibt es im Grunde genommen drei verschiedene, langfristige Möglichkeiten um den Kauf einer Immobilie zu finanzieren:

1. Bauspardarlehen

2. Hypothekenkredit

3. Wohnbauförderung

Hinzu kommen sogenannte Zwischenfinanzierungen, die sich als Übergangslösung in Form eines Wohnbaukontos dann anbieten, wenn die Kreditkosten oder die Höhe der Ausgaben für eine Baufinanzierung zunächst noch nicht bekannt sind.

Aller guten Dinge sind drei? Alle guten Dinge sind individuell!

Bauspardarlehen: Der Bausparkredit gilt als Klassiker, weil er die Möglichkeit bietet, schon vor der Immobilienanschaffung gleichzeitig Spar- und Finanzierungsmaßnahme zu sein. Ein Bausparvertrag ist in der Regel mindestens sechs Jahre gebunden. Neben dem Zinssatz erhält man jedes Jahr eine staatliche Förderung. Ist der Bausparer abgelaufen, besteht die Möglichkeit einen Bausparkredit mit relativ günstigen Konditionen aufzunehmen. Dennoch ist in der aktuellen Niedrigzinsphase ein Hypothekendarlehen günstiger. Sollten die Zinsen allerdings wieder steigen, dann ist das Bauspardarlehen eine attraktive Finanzierungsform, für Wohneigentum.

Hypothekenkredit: Bei einer Hypothek handelt es sich um ein Grundpfandrecht und das Kreditinstitut trägt sich im Grundbuch ein. Man bleibt aber zeitgleich Besitzer der Immobilie (außer im Fall eines Konkurses). Die Rechnung ist ganz simpel: Die Bank stellt das Geld zur Verfügung und der Kreditnehmer zahlt den Betrag in monatlichen Raten zurück. Meist läuft eine Hypothek mindestens 10 Jahre mit einem Fixzinssatz, anschließend greift der variable Zinssatz. Der Vorteil einer Fixzinsvariante liegt hier klar in der Planbarkeit des Kredits. Bleiben die Zinsen auch nach Ablauf der zehn Jahre im Keller, bewährt sich auch der variable Zinssatz.

Wohnbauförderung: Die Wohnbauförderung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Bundesländer vergeben zinsgünstige Darlehen, helfen mit Eigenmittelersatzdarlehen und gewähren Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Meist sind Wohnbauförderungen auch an gewisse Einkommensgrenzen gebunden, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch sein können. Als Bemessungsgrundlage wird oftmals das Haushaltsjahreseinkommen des Vorjahres herangezogen. Die Familienbeihilfe zählt dabei im Regelfall nicht als Einkommen. Arbeitslosengeld, Kinderbetreuungs- und Wochengeld sowie Studienbeihilfen und auch Alimentszahlungen sind dem Jahreseinkommen als Bemessungsgrundlage für Bemessung der Wohnbauförderung meist hinzuzuzählen.

In jeden Fall ist es bei der Suche nach der günstigsten Finanzierungsart, die allen individuellen Bedürfnissen des Kreditnehmers berücksichtigt, wichtig, sich Zeit zu nehmen und die verschiedenen Angebote zu prüfen.