5 schwerwiegende Fehler, die Gründer vermeiden sollten

Endlich ist es soweit: man hat eine absolut unschlagbare Geschäftsidee im Kopf und kann es kaum mehr erwarten mit der eigenen Firma endlich so richtig durchzustarten. Allem Enthusiasmus zum Trotz sollte man sich ausreichend Zeit für die Gründung nehmen und mit Vernunft und Besonnenheit vorgehen. Diese fünf Denkfehler gilt es unbedingt zu vermeiden:

1. Den Businessplan mache ich später

Seine Geschäftsidee genau auf den Punkt zu bringen, in Worte zu fassen und niederzuschreiben ist aufwändig und bereitet den meisten angehenden Gründern wenig Freude, wollen sie doch ihre Ideen so rasch wie möglich in die Praxis umsetzen. So wird das Erstellen des Businessplans nicht selten auf die lange Bank geschoben. Ein schwerer Fehler!

Ein Businessplan ist ein schriftliches Unternehmenskonzept, das als Steuerungs- und Kontrollinstrument für Ihr Unternehmen dient. Er beinhaltet alle Schritte, die Sie zur Umsetzung Ihrer Geschäftsidee planen. Zudem ist ein Businessplan für potenzielle Kapitalgeber, wie Banken, Investoren oder Venture-Capital-Gesellschaften eine Grundvoraussetzung. Ohne Niederschrift läuft man zudem Gefahr, seine Geschäftsidee aus den Augen zu verlieren und sich zu verrennen. Denn wer nicht in der Lage ist, seine Geschäftsidee auf den Boden zu bringen und niederzuschreiben, der wird sich dann auch in der Praxis schwer dabei tun, sie zielgenau zu verfolgen.

2. Wieviel Geld meine Firma abwirft, wird sich zeigen

Wer als Unternehmer erfolgreich sein möchte, sollte sich immer über das Finanzielle im Klaren sein. Rechnen Sie Ihre Projekte im Vorhinein durch, denn auch die genialste Idee kann sich aus unterschiedlichsten Gründen letztendlich als völlig unrentabel erweisen. Ermitteln Sie den Kapitalbedarf und stellen Sie die Finanzierung – etwa durch vorhandenes Kapital, etwaige Kredite oder Crowdfunding – so früh wie möglich klar. Und informieren Sie sich über mögliche Fördermöglichkeiten seitens des Bundes, des Landes oder Ihrer Gemeinde. Errechnen Sie den Deckungsbeitrag – das ist jener Betrag, der zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Er entspricht der Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten. Und nicht zuletzt sollten Sie sich auch Gedanken darüber machen, welche finanziellen Mittel Ihnen für Ihren persönlichen Alltag im Monat zur Verfügung stehen sollen.

3. Die Konkurrenz interessiert mich nicht

Ich weiß was ich will und ziehe mein Ding durch, was andere machen ist mir egal – mit dieser Einstellung werden Sie es als Unternehmer nicht weit bringen. Willensstärke und ein klares Ziel zu haben ist gut, doch sollten Sie dabei nicht vergessen, auf Ihrem Weg auch nach links und rechts zu schauen. Bevor Sie Ihre Firma gründen, sollten Sie deshalb unbedingt Ihre Konkurrenten kennen und erheben, ob für Ihre Idee überhaupt ein Markt bzw. noch ausreichend Platz am Markt vorhanden ist. Denn nicht Sie bestimmen, was sich gut verkauft und was nicht, sondern Ihre potenziellen Kunden! Am Beginn eines neuen Produktes oder einer innovativen Dienstleistung steht deshalb immer eine Marktforschung und die Beobachtung der Konkurrenz.

4. Um das Finanzielle kümmere ich mich nicht selbst

Oft sind die kreativsten und ideenreichsten Menschen jene, die sich nicht gern mit Finanzen beschäftigen. Buchhaltung, Steuern, Sozialversicherung... sich damit auseinanderzusetzen braucht viel Zeit, Zeit die dann für das eigentliche Kerngeschäft fehlt. Aus diesem Grund ist es für Selbständige mitunter sinnvoll sich auf das Wissen von Experten zu verlassen und deren Dienstleistungen zuzukaufen. Dennoch sollte jeder Neo-Unternehmer seine finanzielle Situation im Auge behalten und über ein gewisses kaufmännisches Basiswissen verfügen. Es sollte selbstverständlich sein, laufend zu überprüfen, wie sich das Unternehmen entwickelt und wie viel Umsatz man macht.

Tipp: Kaufmännische Grundlagen kann man sich schnell und kompakt beim Unternehmertraining des WIFI aneignen.

5. Ich mach das alles im Alleingang

Ein häufiger Fehler ist es, zu glauben alles allein machen zu können und als Selbständiger endlich nicht mehr auf das hören zu brauchen, was andere sagen. Nutzen Sie stattdessen jede Möglichkeit, sich von Experten beraten zu lassen! Fragen Sie nach und informieren Sie sich im Internet. Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, die Sie mit sämtlichen fürs Gründen relevanten Informationen versorgen: Vom Gründerservice der Wirtschafskammer, über das Austria Wirtschaftsservice (AWS), die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA), das Bundeskanzleramt bis hin zu Ihrem Bankberater.